Die beteiligten regionalen Künstlerinnen und Künstler interpretieren die traditionellen Kreuzwegstationen in ihrer jeweiligen Formensprache.
Die Station „Veronika reicht Jesus das Schweißtuch“ wurde von mir gestaltet.
In Wikipedia ist diese Station so beschrieben.
Mitgefühl in Kupfer und Stahl
Die Kreuzwegstation präsentiert sich in einem klar gestalteten, hausförmigen Stahlrahmen, der pulverbeschichtet worden ist.

Kubus- für alle Stationen gleich
Wie ein schützender Raum umschließt die dunkle Konstruktion die eigentliche Szene und lenkt den Blick auf wenige, sorgfältig ausgewählte Elemente. Die reduzierte Gestaltung eröffnet einen meditativen Zugang zur biblischen Erzählung.

Veronikas Kleid
Im Zentrum steht das Gewand der Veronika. Aus feinem Kupfergeflecht gefertigt, hängt es scheinbar schwerelos an einem gebogenen Träger. Die Figur selbst bleibt unsichtbar. Stattdessen wird ihre Gegenwart durch das leere Gewand angedeutet. Dadurch rückt nicht die Person, sondern ihre Handlung in den Mittelpunkt: die spontane Geste des Mitgefühls angesichts des Leidens.
Dem Gewand gegenüber befindet sich das Schweißtuch mit dem Antlitz Jesu. Die Oberfläche wirkt bewegt und verletzlich. Das Gesicht tritt nur schemenhaft hervor und erscheint wie eine Spur, die sich dauerhaft in das Material eingeschrieben hat. Diese zurückhaltende Darstellung eröffnet Raum für eigene Gedanken und persönliche Betrachtungen.
Dialog der Ebenen
Besonders bemerkenswert ist die Anordnung der Objekte auf versetzten Ebenen. Zwischen Gewand und Schweißtuch entsteht eine räumliche Spannung, die die Begegnung zwischen Veronika und Jesus symbolisiert. Die Distanz verweist auf die Bewegung des Gebens und Empfangens und macht die Szene trotz ihrer Reduktion lebendig.
Die verwendeten Materialien tragen wesentlich zur Aussage des Kunstwerks bei. Das warme Kupfer steht für Menschlichkeit, Nähe und Fürsorge. Zugleich verändert es sich im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse und entwickelt eine eigene Patina. So erzählt das Material selbst von Vergänglichkeit, Erinnerung und den Spuren des Lebens.
Zeitlose Botschaft
Die Legende von Veronika berichtet von einer Frau, die am Rand des Kreuzwegs den Mut fand, einem leidenden Menschen beizustehen. Sie konnte das Geschehen nicht verändern, doch ihre kleine Geste wurde zu einem Zeichen der Menschlichkeit. Genau diesen Gedanken greift die Skulptur auf.
Die Kreuzwegstation erinnert daran, dass Mitgefühl oft in unscheinbaren Momenten sichtbar wird. Sie macht deutlich, dass selbst kleine Gesten der Zuwendung Spuren hinterlassen können – damals wie heute.
Kunst am Weg
Mit dem neuen Kreuzweg in Adlkofen entsteht nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein öffentlich zugänglicher Kunstweg. Die sieben Stelen entlang der Südseite der Pfarrkirche St. Thomas verbinden Glauben, Kunst und regionale Identität. Die Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie traditionelle religiöse Themen durch zeitgenössische Kunst neu interpretiert und für heutige Betrachter erfahrbar werden können.

Kreuzweg Adlkofen
Die feierliche Einweihung am 28. Juni bietet Gelegenheit, die Werke erstmals im Gesamtzusammenhang zu erleben und die kreative Vielfalt der beteiligten regionalen Künstlerinnen und Künstler kennenzulernen. Besonders die Veronika-Station zeigt, wie eindrucksvoll moderne Kunst spirituelle Themen in eine zeitgemäße Form übersetzen kann.
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